
Promised Sky
Spielfilm über Migration und Solidarität in Tunesien, im Anschluss Diskussion mit Ghofrane Binous und Emmanuel Mbolela
Filmvorführung „Promised Sky" im Rahmen des Filmfestival AUGENBLICKE AFRIKA
Im heutigen Tunesien bietet Marie, eine Pastorin aus der Côte d'Ivoire, zwei Frauen aus ihrem Heimatland Schutz: Naney, eine junge Mutter auf der Suche nach einem sicheren Leben, und Jolie, eine Studentin mit Zukunftsplänen fern ihrer Heimat. Ihr fragiler Alltag verändert sich, als sie Kenza aufnehmen, ein junges Mädchen, das einen Schiffbruch überlebt hat und nun auf sich allein gestellt ist.
Während diese ungewöhnliche Gemeinschaft zusammenwächst, stellt der Film Fragen nach Zugehörigkeit, Verantwortung und Hoffnung. Der Spielfilm beleuchtet Migration, Solidarität, Identität und zeigt die Herausforderungen, denen subsaharische Afrikaner*innen im heutigen Tunesien begegnen.
Die Filmemacherin Erige Sehiri, eine tunesisch-französische Regisseurin, sie ist für ihre einfühlsamen Filme über gesellschaftliche Realitäten und menschliche Beziehungen bekannt. Mit „Promised Sky" wirft sie einen sensiblen Blick auf das Leben migrantischer Gemeinschaften in Tunesien. Der Film feierte seine Premiere als Eröffnungsfilm der Sektion Un Certain Regard bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025.
Spielfilm, Tunesien / Frankreich / Katar 2025, R.: Erige Sehiri, 92 Min., Französisch / Arabisch OF, engl. UT
Trailer zum Film (OV/d/f)
Wie steht es um die Menschenrechte in Tunesien? Und welchen Bedingungen sind Menschen aus Subsahara-Afrika auf der Flucht ausgesetzt? Darüber diskutieren wir im Anschluss an den Film mit unseren Gästen:
• Ghofrane Binous ist eine tunesische Menschenrechts- und Antirassismusaktivistin, Journalistin und feministische Aktivistin. Als Schwarze Tunesierin setzt sie sich gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Sie engagierte sich bei der Antirassismusorganisation Mnemty und kandidierte 2019 für das tunesische Parlament. Auch öffentlich kritisierte sie die migrationsfeindliche Politik und Rhetorik der tunesischen Regierung.
Seit 2024 ist sie selbst von einem Verfahren betroffen, das Menschenrechtsorganisationen im Kontext des zunehmenden Drucks auf die tunesische Zivilgesellschaft sehen. 2026 wurde sie in Abwesenheit zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt.
• Emmanuel Mbolela wurde 1973 in Mbuji-Mayi in der Demokratischen Republik Kongo geboren und studierte Ökonomie. Aufgrund seines politischen Engagements musste er 2002 den Kongo verlassen. Seine sechsjährige Flucht führte ihn durch Westafrika, die Sahara und Marokko, wo er eine Organisation kongolesischer Geflüchteter mitbegründete. 2008 erhielt er politisches Asyl in den Niederlanden.
In seinem autobiografischen Buch Mein Weg vom Kongo nach Europa – Zwischen Widerstand, Flucht und Exil erzählt er von Flucht, Migration, Ausbeutung und Widerstand. Bis heute engagiert er sich als Autor und Aktivist für die Rechte von Geflüchteten und Migrant:innen.
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