Geh denken!
Vortrag von Annika Geiser zur Erinnerungskultur in der DDR und marginalisierten Formen des Gedenkens
Wer durfte in der DDR an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern und unter welchen Bedingungen? Neben staatlich vorgegebenen Gedenknarrativen entwickelten homosexuelle Gruppen eigene Formen des Erinnerns, die öffentlich kaum sichtbar waren.
Mitte der 1980er-Jahre trugen etwa kirchliche Fahrten von Lesben zur Gedenkstätte Ravensbrück wesentlich zur historischen Aufarbeitung der Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus bei.
Erinnerung kann als kollektive Trauerarbeit, als Praxis des Sichtbarmachens und als politische Handlung verstanden werden. Der Vortrag eröffnet eine Perspektive auf Erinnerungskultur, die Machtverhältnisse des Erinnerns sichtbar macht und zur Diskussion über Ausschlüsse und die Bedeutung marginalisierter Perspektiven einlädt.
Annika Geiser, Historikerin, Berlin
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.












