
Hochrüstung des Westens und die Bedrohungslüge
mardi 1 septembre · 12h00Walter Möller-Platz, Frankfurt
Hochrüstung des Westens und die Bedrohungslüge
Hochrüstung des Westens und die Bedrohungslüge
01. September 1933 .
Hochrüstung des Westens und die Bedrohungslüge
Die zweite Amtszeit Trumps sorgt für globale Unruhe - wesentlich mehr noch als seine erste. Es geht Trump darum, den USA dauerhaft Platz eins in der Welt zu sichern - geostrategisch, ökonomisch, technologisch und militärisch. America First und Make America Great Again sind dafür seine publikumswirksamen Leitmotive.
Aus ihrer Sicht befinden sich die USA bisher in einer ausweglosen Perspektive. Kaufkraftbereinigt hat Chinas Wirtschaft die USA seit Jahren überholt. Ja, China droht den USA zu enteilen. Diese Perspektive wurde eindrücklich vor acht Jahren vom internationalen Wirtschaftsprüfungskonzern PriceWaterhouseCoopers in seiner Prognose "The World in 2050" [1] offengelegt. Im Jahr 2050, also in 25 Jahren, würde China als stärkste Wirtschaftskraft kaufkraftbereinigt weit vor den USA liegen. Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) läge um 71 Prozent vor dem der USA. Platz zwei würde Indien vor den USA belegen. [2] Das Jahrhundert drohe vom unaufhaltsamen Aufstieg Chinas dominiert zu werden.
Den USA droht dadurch der Verlust des Dollars als weltweite Leitwährung. Dieses Privileg verschafft den USA jährliche Gewinne von ca. drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts. [3]
Das brachte für das letzte Jahr über 800 Milliarden Dollar Gewinn. Damit lässt sich fast der gesamte US-Rüstungshaushalt finanzieren. Fällt der Dollar als Leitwährung weg, entfiele nicht nur dieser Gewinn, sondern auch der Dollar als Sanktionsinstrument. Das würde den Verlust der US-Hegemonie auf dem Globus bedeuten.
China baut sein weltumspannendes Billionen-Projekt Seidenstraße systematisch aus. Es verfügt über globale Monopolstellungen in bestimmten Rohstoff- und Veredelungsprozessen [4]. Mit fast 90 Prozent Marktanteil (Stand: 2019) dominiert China die weltweite Produktion von Seltenen Erden. [5] Die BRICS-Staaten-Gruppe mit der Zentralmacht China wachsen zu BRICS+. Mehr als 30 Länder streben derzeit in die Gruppe. Ihr gemeinsames Ziel: unabhängig vom Dollar werden.
Trump stemmt sich dem Abstieg mit aller Macht entgegen, versucht noch das Ruder brachial herumzureißen. Es geht ihm um die weltweite Vorherrschaft im 21. Jahrhundert. Die Administration agiert auf mehreren Ebenen:
Ökonomische Gewaltkur
Damit die USA den Wirtschafts- und Technologiewettlauf gegen China gewinnt, ist es unerlässlich, dass sie dauerhaft ein größeres Wirtschaftswachstum generiert als China [6]. Zurzeit liegt China bei plus 4,6 Prozent, die USA nur bei plus 2,7% - zudem mit abnehmender Tendenz. Trumps Maßnahmen sollen den Trend umkehren. Wodurch?

