
butt. In brand // Theater
Zeitgenössisches Theater über Beziehungen, Ambivalenz und Verweben von Gemeinschaften begleitet von Zuckerwattebildsprache
8.7.26 | 20 Uhr “Ich kann mich öffnen, ich kann dir mich als Beispiel geben, aber ganz so viel Fich hab ich nich – t.”
Begleitet vom leisen Knistern der Zuckerwatte werfen sich die drei Spieler*innen in lautstarke Konfrontationen, verletzen und versöhnen sich. Im spielerischen Streit vereint sich das Ensemble mit dem leichtfüßigen Flirren eines Chors verschiedenster Stimmen, bis sich aufgestaute Konflikte so sehr aufdrängen, dass sie unumgehbar werden.
Über Wattebäusche hinweg bauen sich Fragen auf, übers Zusammenbleiben oder Trennen und wie das eine oder das andere funktioniert. “Ich will dich lieben. Zumindest schätzen. Zumindest achten. Aber ich halte dich aus.” Wenn wir Gruppen, Gefüge, Dynamiken und die Welt in uns aufnehmen und versuchen, uns selbst ins Verhältnis zu setzen, sind wir mit unserer Sehnsucht nach Eindeutigkeit konfrontiert und schnell im Zwiespalt, wenn sich jedes Handeln erklären lässt und Ambivalenz ausgehalten werden will.
Wie mit der Uneindeutigkeit umgehen, wo es doch gerade im Verteidigen von Demokratie und Vielfalt klare Kante braucht? Wer gehört mit rein ins “Wir” und wer entscheidet das? Es bleibt also schwierig. Aber dadurch, dass wir da alle gemeinsam drin strecken in dieser Herausforderung, können wir uns zumindest dadurch verweben. Mit klebrigen Zuckerfäden. Und anhören sollte man sich schon alle. Aber irgendwann ist ja auch mal gut. Und das kann man auch nicht immer. Aber man muss auch wollen.
Die Stückentwicklung mit aufflammenden Fischen untersucht das Entschuldigen und was danach passiert, es geht um Grenzen und Redflags und ob es irgendwann auch mal gut sein kann, ums Kopfzerbrechen oder Feiern der Uneindeutigkeit. Und wir wollen uns nicht aufgeben. Wirklich.















