
The Temperance Movement
Die britische Rockband The Temperance Movement spielt im Rahmen der Let It All Out Tour live in der Markthalle Hamburg
2025 markierte für The Temperance Movement die Rückkehr nach fünf Jahren Pause. Was zunächst als vorsichtig angesetzte Tour gedacht war, entwickelte schnell eine Eigendynamik. Aus einzelnen Clubshows wurden größere Hallen, aus geplanten Testläufen zusätzliche Termine in Großbritannien und Europa. Es war ein Signal, das sich kaum überhören ließ: Die Verbindung zwischen Band und Publikum ist intakt geblieben, vielleicht sogar enger als zuvor.
Dass diese Resonanz möglich ist, hat mit der Herkunft und Zusammensetzung der Band zu tun. The Temperance Movement stammen aus Glasgow, klingen jedoch, als hätten sie ihre musikalische Sozialisation im Süden der USA durchlaufen. Die Mitglieder sind keine Unbekannten, sondern erfahrene Musiker mit Stationen bei Jamiroquai, Rooster oder den Waterboys. Ihr Sound speist sich aus Blues, Southern Rock, britischen Einflüssen und einzelnen R’n’B- und Jazz-Momenten.
Live wird diese Konstruktion greifbar. Die Songs sind nicht festgeschrieben im Sinne eines unverrückbaren Ablaufs, sondern bleiben offen für Verschiebungen im Moment. Gitarrenlinien verändern sich, Tempi werden gedehnt oder verdichtet, Übergänge entstehen aus der Situation heraus. Entscheidend ist weniger die Reproduktion des Studiosounds als die Art, wie die Stücke im Raum funktionieren. Phil Campbell und seine Bandkollegen suchen dabei sichtbar den Kontakt, reagieren auf das Publikum, auf die Akustik des Raums, auf die Energie im Saal.
Nach dem Comeback arbeitet die Band nun an neuem Material. Für das für 2026 angekündigte Album soll ein Produzent an Bord sein, der dem nächsten Kapitel zusätzliche Kontur gibt. Parallel dazu steht die „Let It All Out“-Tour, die die Rückkehr weiter festigt und zugleich nach vorne weist. Im Herbst 2026 führt diese Tour The Temperance Movement auch nach Deutschland. Geplant sind fünf Stopps, bei denen sich zeigen wird, wie weit die Band nach ihrer Pause tatsächlich wieder bei sich angekommen ist.


















